Die Deutschen haben 2007 Lebensversicherungen im Wert von rund 13,5 Milliarden Euro storniert oder über den Zweitmarkt verkauft. Laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) lagen die vorzeitigen Leistungen der Versicherer bei 12,1 Milliarden Euro - und damit nur leicht unter dem Vorjahreswert (12,1 Milliarden).

Auf dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen stieg das gehandelte Policenvolumen im selben Zeitraum von 1,1 Milliarden auf 11,3 Milliarden Euro an, so die Angaben des Bundesverbands für Vermögensanlagen. Experten sagen aus, dass mehr Deutsche als im Vorjahr aus ihren Lebensversicherungen ausgestiegen sind, dennoch aber das Stornovolumen gesenkt werden konnte, da viele mittlerweile ihr Glück auf dem Zweitmarkt versuchen.

Das Geschäftsprinzip dieses Zweitmarkts funktioniert auf den Punkt gebracht folgendermaßen: Storniert ein Kunde seinen Lebensversicherungsvertrag, bekommt er von der Versicherung einen Rückkaufswert erstattet, der durch Steuern und fehlende Schlusszahlung natürlich nicht so gut ist, wie der Wert am Ende der Vertragslaufzeit. Nun bieten Firmen den Ankauf von privaten Lebensversicherungen an, zahlen einen höheren “Rückkaufswert” und oft bleibt sogar der Todesfallschutz bestehen. Das ist nicht nur für den Versicherten lukrativ, sondern auch für die Unternehmen, die natürlich die Police weiterbedienen und am Ende den kompletten Wert mit Schlusszahlung usw. erhalten. In Deutschland gibt es diesen Zweitmarkt noch nicht allzu lange, da die Rückkaufswerte generell recht hoch sind, im Vorreiterland Großbritannien jedoch existiert diese Praxis bereits seit Ende des 19.Jahrhunderts, da die Rückkaufswerte dort generell schlecht ausfallen.

Etwa jede zweite deutsche Police wird vor Ablauf aufgegeben - sei es aufgrund von Schulden, Arbeitslosigkeit oder privaten Wünschen. Bei einem regulären Storno müssen die Versicherten jährlich mehr als 3 Milliarden Euro Verluste hinnehmen; so ist die Alternative, die Police eventuell auf dem Zweitmarkt verkaufen zu können oft empfehlenswert. Von Vorteil ist dabei vor allem auch, dass meist ein Teil des Todesfallschutzes bestehen bleibt.

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(Quelle: openPR)